Manualtherapie und Osteopathie bei Kindern

Die osteopathische Medizin ist ein umfassendes Diagnose- und Therapiekonzept, bei dem der Behandler lediglich seine Hände gebraucht. Mit diesem somit rein manualmedizinischen Konzept (lat. „manus“ = die Hand) können Störungen und Erkrankungen im Bereich des Bewegungssystem, der inneren Organe, des Lymph- und des Nervensystems behandelt werden. Bei der Behandlung von Kindern sind besondere Kenntnisse der kindlichen Neurophysiologie, Entwicklungsneurologie, Kinderorthopädie und den Meilensteinen der kindlichen Entwicklung notwendig. Zusätzlich ist auf die kindliche Psyche und den Informationsbedarf der betreuenden Eltern Rücksicht zu nehmen. Dabei hat jede Altersstufe ihre besonderen therapeutischen Herausforderungen.

Funktionsstörungen zeigen sich als beeinträchtigte Bewegungen einer Struktur. Beispielsweise führt eine Blockierung der Kopfgelenke mit nachfolgenden reaktiven Blockierungen in der Brustwirbelsäule und der ISG-Gelenke zu einseitigen Bewegungsvorlieben des Säuglings. Dies könnte unbehandelt zu einer verzögerten Entwicklung der sensomotorischen Entwicklung führen, die damit insgesamt zu einer Störung der normalen Kindesentwicklung führen kann.  Beim Schulkind kann die gleiche Blockierung der Kopfgelenke z.B. im Rahmen einer entwicklungsneurologischen Störung zu schlechterer räumlichen Körperkontrolle und schlechten kognitiven Leistungen führen (z.B. Lese-Rechtschreib-Schwäche – vergleiche Coenen, W.: Manuelle Therapie bei Säuglingen und Kindern, Springer-Verlag, 2. Auflage, ISBN: 978-3-642-20733-4). Hier bestehen Indikationen zur manuellen Therapie / Osteopathie bei Kindern.

Foto zeigt das Portrait von Dr. Bethke Facharzt für Orthopaedie und Unfallchirurgie

Dr. med. Robert Bethke, MHBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DAAO)

Fax: 04131-405100

Krankheitsbilder

Beim Tonusasymmetriesyndrom des Säuglings (TAS) führen segmentale Dysfunktionen (umgangssprachlich „Blockierungen“) an bestimmten Schlüsselregionen der Wirbelsäule (z.B. Kopfgelenke, ISG-Gelenke, etc.) zu einer frühkindlichen Bewegungsstörung bei insgesamt gesundem Nervensystem. Diese Bewegungsstörung führt über eine Störung der sensomotorische Entwicklung zu diversen klinischen Störungen aus den Bereichen Kinderheilkunde, Orthopädie, Neurologie und Manualmedizin wie z.B. Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten, Still-Problemen, Schlafproblemen, Körperschiefhaltungen, Kopffehlentwicklungen etc.

Dieses Krankheitsbild ist auch als KISS-Syndrom bekannt („Kopfgelenksinduziertes Symmetriestörung“). Da die Störungen bei gleichem klinischem Bild nicht nur in den Kopfgelenken bestehen können, ist diese Bezeichnung zu ungenau und sollte durch die korrekte Bezeichnung Tonusasymmetriesyndrom (TAS) ersetzt werden.

Durch segmentale Dysfunktionen (umgangssprachlich „Blockierungen“) an bestimmten Schlüsselregionen der Wirbelsäule (z.B. Kopfgelenke, ISG-Gelenke, etc.) kommt es auch zur sensomotorischen Dyskybernese des Vorschul- und Schulkindes. Dabei führen die Dysfunktionen zu einer gestörten Wahrnehmung des Raumes und in der Folge zu gestörten motorischen, mentalen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten (z.B. Lese-Rechtschreib-Schwäche und Sprachentwicklungsstörungen, Reizbarkeit, Antriebsarmut, Hyperaktivität, inital autistisches Verhalten).

Durch den motokybernetischen Test nach Coenen kann hier eine sichere und objektive Testung erfolgen, ob dieses Störungsbild vorliegt. Ebenfalls können mit diesem Test Verlaufskontrollen unter laufender Therapie erfolgen.

Das Spielen des Kindes (Fußballspielen, Herumtoben, auf Bäume klettern etc.) stellt ein wichtiges sensomotorisches Training der Halte- und Bewegungsmuskulatur dar, welches wachstumsformend auf das heranwachsende Kind einwirkt. Durch unsere moderne Lebensweise sitzen auch die Kinder schon mehr als es günstig wäre. Ausgiebiges Sitzen am Fernseher und Computer sowie das intensive Spielen mit Tabletts und Handys führen infolge mangelndem Trainings zu einer Dysbalance der Haltemuskulatur, die ebenso wie beim Erwachsenen zu Blockierungen in in der Folge zu Kopf,- Nacken- und Rückenschmerzen führen können.

Am wachsenden Skelett kann es zu Fehlstatiken kommen. Diese sind neben anderen vor allem als Skoliosen und Kyphosen bekannt. Die exakten Mechanismen der Krankheitsentstehungen sind weitgehend unbekannt.

Gleichwohl bilden sich aus biomechanischen Gründen bei diesen Krankheitsbildern auch Dysfunktionen („Blockierungen“) in einzelnen Wirbelsäulenabschnitten aus, die der manualtherapeutischen Behandlung zugänglich sind. Das Auflösen dieser Dysfunktionen lässt für das wachsenden Skelett wieder Ressourcen frei werden, um sich mit der eigentlichen Fehlstatik selbstheilend auseinanderzusetzten.

Weitere Fragen

Ist manuelle Therapie / Osteopathie bei Kindern gefährlich?

Nein. Durch fachärztliche Kompetenz, osteopathischer Ausbildung zum Diplom-Osteopathen (DAAO) bei der Deutsch-Amerikanischen Ärztegesellschaft für Osteopathie (DAAO) und zusätzlicher Spezialausbildung bei der Ärztegesellschaft für Manuelle Kinderbehandlung und Atlastherapie (ÄMKA) ist eine hohe Qualität der Diagnostik und Therapie in der Behandlung durch Dr. Bethke sichergestellt.

Werden die Kinder „geknackst“?

Nein, das ist zu einfach gedacht. Sowohl die Osteopathie als auch die klassisch-deutsche Manualmedizin wenden sanfte Mobilisationstechniken als auch gezielte Manipulationen an. Insbesondere bei Kindern haben weiche Techniken einen hohen Stellenwert. Trotzdem muss manchmal auch bei Kindern eine gezielter Impuls gesetzt werden. Ziel ist dabei nicht ein „Knacksen“ zu erreichen, sondern die gestörte neurophysiologische Funktion des Kindes mit schmerzfreien Techniken zu normalisieren. Nach einer ausführlichen Diagnostik werden alle notwendigen Therapien ausführlich und transparent zunächst mit den Eltern besprochen und erst dann sanft, möglichst schmerzfrei und schnell durchgeführt.

Wann ist eine Besserung zu sehen?

Häufig ist sofort eine Besserung der gestörten Funktion nach der osteopathischen Behandlung zu sehen, z. B. eine Kopfrotation zu der bis dahin verweigerten Seite. Infolge des „remodellings“ des sensomotorischen Systems können die Kinder mehrere Tage nach der Behandlung „komisch“ drauf sein, d.h. zum Beispiel mehr oder weniger trinken, mehr oder weniger schlafen als bisher bekannt.

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