Therapiekonzepte des Bandscheibenvorfalls

Der Bandscheibenvorfall ist eine der häufigsten Behandlungsanlässe in unserer Praxis. Durch die Aufrichtung des Menschen vom Vierbeiner zum Zweibeiner kommen Belastungen auf die Bandscheiben, für die sie entwicklungsphysiologisch nicht konstruiert sind. Damit ist einer erhöhten Degeneration („Verschleiß“) dieser Pufferelemente der Weg bereitet. Klinisch relevant wird diese Veränderung, wenn Bandscheibenmaterial vorfällt und entweder direkt auf die Nervenwurzel drückt oder sonstige Schmerzrezeptoren im Wirbelsäulensegment aktiviert. Kommt es zu keiner Aktivierung des Nervensystems ist der Bandscheibenvorfall auch völlig uninteressant!
Wenn es zu Kontakt zwischen Bandscheibengewebe und der Nervenwurzel oder einem Rezeptor des Nervensystems (z.B. im hinteren Wirbelsäulenlängsband) kommt, findet eine fehlerhafte Informationseingabe in die feinregulierten Regelkreise des Nervensystems statt, was in einer Fehlsteuerung der von der Nervenwurzel letztlich innervierten Muskel und zu Fehlregulation vegetativer Funktionen (Blutdruck, Schwitzen, etc.) führt. Daraus resultieren u.a. Sensibilitätsstörungen (z.B. „Ameisenlaufen“, elektrisierende Missempfindungen), Kältegefühl, Schweregefühle, Fehlhaltungen, Bewegungsstörungen und Kraftverluste. Wird die Nervenwurzel bedrängt, kann sich lokal zusätzlich eine Entzündung aufbauen, die starke Schmerzen verursachen kann. Im Extremfall kann es zu einem Untergang der Nervenwurzel, zu einer Fußheberschwäche und/oder einer Blasen- und Mastdarmschwäche kommen.

Foto zeigt das Portrait von Dr. Bethke Facharzt für Orthopaedie und Unfallchirurgie

Dr. med. Robert Bethke, MHBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DAAO)

Fax: 04131-405100

Die Therapieprogramme für Bandscheibenvorfall

Aufbauend auf unseren Erfahrungen folgen sämtliche Programme folgendem Ablauf:

  1. Diagnostikphase (meist inklusive MRT-Diagnostik)
    Ziele: Sicherung der Diagnose, Ausschluss von in Frage kommenden Differentialdiagnosen, Vertrauensbildung Arzt-Patient, Motivationsbildung zur Therapie
  2. Akutbehandlungsphase
    Ziele: Rasche Schmerzreduktion, Entzündungshemmung, Verbesserung der Bandscheibenstoffwechselsituation, Bandscheibenregeneration durch Traktionstherapie und nachfolgender Flüssigkeitseinlagerung, Abbau pathologischer Muskelfunktionsmuster, Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Wiedergewinnung von Selbstvertrauen
  3. Re-Evaluierung
    Ziele: Überprüfung, ob Zwischenziele erreicht wurden, ggf. Nachsteuerung der Therapie, ggf. Anpassung der medikamentösen Therapie, ggf. Integration weiterer externer Therapien in unser Therapieprogramm, Planung und Besprechung weiterer Therapieschritte
  4. Rehabilitationsphase
    Ziele: Abschließender Abbau insuffizienter Muskelfunktionsmuster, Erlernen neuer Haltungen und Bewegungsmuster, muskuläre Aufschulung der Wirbelsäulenmuskulatur, Erlernen eines Eigentherapieprogramms zur Fasziendehnung, Arbeitsplatzberatung, Sportberatung, Ernährungsberatung
  5. Erhaltungsphase
    Vermeidung eines Rückfalls in falsche Bewegungsmuster, weiteres Training von Muskelkraft, -ausdauer und -koordination, Klärung spezifischer individueller Probleme, Ausschleichen aus der Therapie

Das Maximalprogramm: Die Kombination aus Orthopädie und funktioneller Medizin

Dieses Therapieprogramm kombiniert die Möglichkeiten der modernen konservativen Orthopädie, Osteopathie sowie den zellulären Therapien der funktionellen Medizin. Besonders geeignet ist dieses Programm für Patienten, die einerseits sehr leiden, sich bereits eine Schmerzchronifizierung ausgebildet hat und die alles Sinnvolle und Machbare in einem Programm wünschen. Das Motto lautet dabei: Nicht kleckern, sondern klotzen!

Akutbehandlungsphase

Pro Therapiesitzung werden die ersten vier aufgezählten Therapien hintereinander weg angewendet, so dass eine Therapiezeit von ca. 2 Stunden resultiert. Wir empfehlen die Durchführung von mindestens drei, besser jedoch von fünf Therapiesitzungen pro Woche. Die SpineLiner-Therapie und ärztliche Osteopathie sollte unterstützend einmal pro Woche erfolgen. Da Patienten, die dieses Therapieprogramm in Anspruch nehmen möchten, häufig arbeitsunfähig sind, steht auch ausreichend Zeit für diese Therapie zur Verfügung.

Rehabilitationsphase

Sämtliche Therapien werden jeweils in eine Sitzung verpackt, welche ca. 1 Stunde dauert. Wir empfehlen die Durchführung von eine bis maximal zwei Therapiesitzungen pro Woche.

Erhaltungsphase

In dieser Therapiephase werden die notwendig werdenden Therapiebestandteile ebenfalls in eine Sitzung verpackt. Wir empfehlen die Durchführung von 1 Termin pro Woche oder pro 14 Tage bis der Patient das Gefühl hat, selbstständig mit Eigentherapieübungen weitermachen zu können und keine weitere Unterstützung benötigt.

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Das Standardprogramm für Beihilfepatienten 

Dieses Programm repräsentiert die Möglichkeiten der modernen Privatmedizin und ist der Therapiestandard für Patienten, die einen Bandscheibenvorfall auf dem aktuellen Wissenschaftstand der Orthopädie unter Vermeidung einer Operation therapiert wissen möchten. Dieses Programm entspricht dem Standardtherapieprogramm für unsere beihilfeversicherten Privatpatienten.

Akutbehandlungsphase

Pro Therapiesitzung werden alle drei Therapien hintereinander weg angewendet, so dass eine Therapiezeit von ca. 1 Stunde resultiert. Wir empfehlen die Durchführung von mindestens zwei, besser jedoch von drei Therapiesitzungen pro Woche.

Rehabilitationsphase

Sämtliche Therapien werden jeweils in eine Sitzung verpackt, welche ca. 1 Stunde dauert. Wir empfehlen die Durchführung von eine bis maximal zwei Therapiesitzungen pro Woche.

Erhaltungsphase

In dieser Therapiephase werden die notwendig werdenden Therapiebestandteile ebenfalls in eine Sitzung verpackt. Wir empfehlen die Durchführung von 1 Termin pro Woche oder pro 14 Tage bis der Patient das Gefühl hat, selbstständig mit Eigentherapieübungen weitermachen zu können und keine weitere Unterstützung benötigt.

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Das kleine Programm zur Beschwerdebesserung.

Dieses Programm ist v.a. als Behandlungsangebot an unsere gesetzliche krankenversicherte Selbstzahlerpatienten gedacht, die die komplette Behandlung ohne Erstattung durch die Krankenkasse selbst bezahlen müssen und sich trotzdem anstatt einer nur ausreichenden Behandlung zu Lastern der gesetzlichen Krankenversicherung eine gute Behandlung ihres Bandscheibenvorfalls bei uns leisten möchten.

Akutbehandlungsphase

  • SpineMED-Traktionstherapie 15x (HWS oder LWS)
  • Orale Schmerztherapie
  • Ggf. Hilfsmittelversorgung mittels Bandage/Orthese
  • Ggf. externe Krankengymnastik zur Therapieunterstützung (ggf. zu Lasten der GKV hausärztlich rezeptiert)

Pro Therapiesitzung werden alle drei Therapien hintereinander weg angewendet, so dass eine Therapiezeit von ca. 1 Stunde resultiert. Wir empfehlen die Durchführung von mindestens zwei, besser jedoch von drei Therapiesitzungen pro Woche.

Rehabilitationsphase

Sämtliche Therapien werden jeweils in eine Sitzung verpackt, welche ca. 1 Stunde dauert. Wir empfehlen die Durchführung von eine bis maximal zwei Therapiesitzungen pro Woche.

Erhaltungsphase

  • Eigentherapieübungen des Patienten

 

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Vorbeugen ist besser als Therapieren.

Patienten, die bereits erfolgreich einen Bandscheibenvorfall therapiert haben und vorbeugend im Sinne einer „Kur“ tätig werden wollen, wählen dieses Behandlungsprogramm.

Erhaltungsphase
Je nach Wunsch wird als Erhaltungskur eine SpineMED-Traktionstherapie (HWS oder LWS) von 5x oder 10x ein- oder zweimal jährlich durchgeführt.

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Weitere Fragen

Ist eine PRT zwingend notwendig?

Die Durchführung wirbelsäulennaher Infiltrationen bei einem Bandscheibenvorfall – auch PRT („periradikuläre Therapie“ – also „Um die Nervenwurzel herum – Therapie“) ist eine etablierte Therapiemethode, bei der entzündungshemmendes Kortison und eine Lokalanästhetikum (zur Desensibilisierung der Nervenwurzel) in unmittelbare Nähe des Bandscheibenvorfalls gebracht wird und damit unmittelbar die Entzündung und Schwellung im Wirbelsäulensegment bekämpft wird. Häufig ist eine Beschwerdebesserung innerhalb von 1 – 2 Tagen zu verzeichnen. Besonders wenn das Entzündungsgeschehen im Wirbelsäulensegment im Vordergrund steht, ist eine PRT sinnvoll und anzuraten, um einen Therapiefortschritt zu erreichen, der sämtliche nachfolgende konservative Therapien erst schmerzfrei ermöglicht.

Aus unserer Sicht wird diese Therapiemethode jedoch häufig zu schnell und zu unkritisch insbesondere von Radiologen durchgeführt. Keinesfalls muss jeder Bandscheibenvorfall mittels PRT behandelt werden. Im individuellen Fall kann diese Therapieform – von Spezialisten wie uns durchgeführt – eine hervorragende und sinnvolle Erweiterung des Therapiealgorithmus sein. In jedem Einzelfall wird diese Entscheidung zusammen zwischen Arzt und Patient in einem vertrauensvollen Gespräch nach Vorlage aller klinischer, technischer und radiologischer Befunde gemeinsam getroffen.

Wann raten wir zu einer Operation?

Die Operation ist keine Standardtherapie des „normalen“ Bandscheibenvorfalls. Aufgrund einer hervorragenden Behandlungsprognose bei konservativer Behandlung sollte eine Operation eines Bandscheibenvorfalls unserer Meinung nach nur in folgenden Fällen durchgeführt werden:

  • Akut Blasen- und Mastdarmschwäche
  • Akut entwickelte Parese (z.B. Fußheberschwäche) mit Gefahr des Nervenwurzeluntergangs
  • außergewöhnliche Schmerzhaftigkeit, die mit konservativen und infiltrativen Methoden ambulant nicht ausreichend behandelbar ist
  • Beschwerdepersistenz nach frustraner konservativer Therapie nach 12 Monaten (relative Indikation)
  • OP in der Gesamtbetrachtung sinnvoller (relative Indikation)

 

Sollte es sich nicht vermeiden lassen, eine Operation durchführen lassen zu müssen, vermitteln wir Sie selbstverständlich gerne an die richtigen Spezialisten für diesen Eingriff!

Unsere Therapiekonzepte für die Behandlung des Rückens

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Dr. med. Robert Bethke, MHBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DAAO)

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