Therapiekonzepte für Wirbelsäulenverschleiß

Durch die Aufrichtung des Menschen in den zweibeinigen Stand und Gang kommt es zur vermehrten Belastung von Wirbelsäulenstrukturen. Einerseits muss eine Stabilität zur Aufrechthaltung des Oberkörpers gewährleistet werden, andererseits muss eine Flexibilität (= Mobilität) garantiert werden, um sämtliche Bewegungsumfänge (Vorbeugen, Seitbeugen, Rotation) zu realisieren. Dies führt zu einer erhöhten Beanspruchung der einzelnen Elemente eines funktionellen Wirbelsäulensegmentes. Als solches (Wirbelsäulensegment nach Junghans) wird die Kombination aus einer Bandscheibe, den zwei angrenzenden Wirbelkörpern (je zur Hälfte), den Facettengelenken zwischen den Wirbelkörpern und den dazugehörigen Bändern verstanden. Mit zunehmenden Lebensalter kommt es bei allen Menschen zu degenerativen Veränderungen der Bandscheiben, wobei nicht alle Menschen damit verbundene Schmerzen oder Funktionseinschränkungen erleiden müssen. Über die Bandscheibendegeneration kann es nachfolgend zu einer Arthrose der Facettengelenke kommen, die zunächst häufig eine segmentale Instabilität ausbilden und nachfolgend nach entsprechenden Anpassungsreaktionen des Körpers zu Bewegungseinschränkungen durch Knochenanbauten (Osteophyten) sowie überschießendes Wachstum (Hypertrophie) und Verkalkung von Bandstrukturen führen. Schmerzen können dabei u.a. entweder durch Druck auf die Nervenstrukturen  (ähnlich einem Bandscheibenvorfall) oder durch Entzündung der degenerativen Facettengelenke entstehen. Weiterhin kann es in der Phase der Instabilität zu Aktivierung von Schmerzrezeptoren des hinteren Längsbandes kommen.

Foto zeigt das Portrait von Dr. Bethke Facharzt für Orthopaedie und Unfallchirurgie

Dr. med. Robert Bethke, MHBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DAAO)

Fax: 04131-405100

Das Therapiestufenprogramm für Wirbelsäulenverschleiß

  • Unser Therapieprogramm umfasst verschiedene Stufen, die es ermöglichen, den Patienten so schonend als möglich, aber so intensiv wie notwendig zu behandeln.
  • Das Therapiestufenprogramm ist dabei so aufgebaut, dass nach Möglichkeit immer mit der sanftesten Therapiestufe begonnen wird und erst bei ausbleibenden Erfolg zur nächsten (invasiveren) Stufe übergegangen wird.
  • Therapiebegründung ist der Schmerz und die Funktionseinschränkungen, nicht die Veränderungen im Röntgen- oder MRT-Bild! Demzufolge sind unsere Therapieziele  Schmerzfreiheit, verbesserte Beweglichkeit, verbesserte Belastungsfähigkeit und freie Funktionsfähigkeit im Alltag.
  • Wir versuchen Operationen so lange als möglich zu vermeiden, wenn diese jedoch sinnvoll sein sollten, sprechen wir dies offen an und vermitteln den Patienten gerne zum besten individuell passenden Operateur.

In dieser Therapiestufe steht eine nichtinvasive Entzündungshemmung, ein Abbau pathologischer Muskelfunktionsmuster und eine Verbesserung des Bewegungsumfanges des Rückens im Vordergrund.

 

Pro Therapiesitzung werden alle drei Therapien hintereinander weg angewendet, so dass eine Therapiezeit von ca. 1 Stunde resultiert. Wir empfehlen die Durchführung von mindestens zwei, besser jedoch von drei Therapiesitzungen pro Woche.

Ggf. kann es im Einzelfall sinnvoll sein, zusätzlich manuelle Therapie, Osteopathie, Faszientherapie, Elektrotherapie, Magnetfeldtherapie oder SpineLiner-Therapie zusätzlich durchzuführen.

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Nachdem die Therapiestufe 1 keine ausreichende Wirksamkeit entfaltet haben sollte, sind Maßnahmen der Therapiestufe 2 indiziert. Dabei geht es darum, gezielt in den Entzündungsprozess, in die Instabilität und in den Schmerz einzugreifen.

Hierbei sind – ggf. unter Fortführen der Maßnahmen aus der Therapiestufe 1 – gezielte Infiltrationen an Wirbelsäulenstrukturen angezeigt. Diese können mit oder ohne bildgebende Verfahren durchgeführt werden. Zwischen 1 und maximal 7 Terminen sind hierzu zu veranschlagen. Dabei kommen folgende Maßnahmen zur Anwendung:

 

Ggf. kann es im Einzelfall sinnvoll sein, zusätzlich SpineMED-Traktionstherapie, Infusionstherapien, manuelle Therapie (externe Durchführung), Osteopathie, Faszientherapie oder SpineLiner-Therapie zusätzlich durchzuführen.

Nach deutlicher Beschwerdeverbesserung sollte immer eine extern durchgeführte medizinische Trainingstherapie („Krankengymnastik am Gerät“) zur Koordinationsverbesserung und ggf. zum muskulären Aufbau durchgeführt werden. Dieses sichert den Behandlungserfolg.

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Haben gezielte Wirbelsäuleninfiltrationen und/oder -proliferationstherapie zwar gute Ergebnisse hinsichtlich Schmerzreduktion, Bewegungsverbesserung und/oder Beweglichkeitsverbesserung gezeigt, die aber leider nicht nachhaltig waren, sind interventionelle Maßnahmen angezeigt.

Hierbei kann als sinnvolle Maßnahmen in unserer Praxis angeboten werden:

 

Ggf. kann es im Einzelfall sinnvoll sein, zusätzlich SpineMED-Traktionstherapie, Infusionstherapien, manuelle Therapie (externe Durchführung), Osteopathie, Faszientherapie oder SpineLiner-Therapie zusätzlich durchzuführen.

Nach deutlicher Beschwerdeverbesserung sollte immer eine extern durchgeführte medizinische Trainingstherapie („Krankengymnastik am Gerät“) zur Koordinationsverbesserung und ggf. zum muskulären Aufbau durchgeführt werden. Dieses sichert den Behandlungserfolg.

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

In manchen Fällen hat es keinen Sinn mehr, konservative und interventionelle Therapie durchzuführen, da das angestrebte Therapieziel nicht erreicht werden kann.

Dann hilft es nichts, dann muss operiert werden. Häufig liegt in diesen Fällen eine absolute Spinalkanalstenose vor, die mechanisch das Rückenmark bedrängt und ggf. auch schon zu Schäden am Rückenmark (Myolopathie) geführt hat. Hier kann die Operation zu einem Therapiedurchbruch mit Schmerzverbesserung, Bewegungs- und Belastungssteigerung führen.

In diesen Fällen begleiten wir Sie auf Wunsch engmaschig mit ausführlicher Beratung, Vermittlung des richtigen Operateurs und Übernahme der Nachbehandlung.

Weitere Fragen

Ist Krankengymnastik immer zwingend notwendig?

Im aktuellen Narrativ muss ja jeder, der „Rücken“ hat, Krankengymnastik / Physiotherapie absolviert haben, sonst kann es per Definition nicht zu einer Besserung der Beschwerden kommen. So ungefiltert kann diesem Narrativ nicht gefolgt werden. Aus unserer Sicht sind absolut sinnvolle physiotherapeutische Therapien die manuelle Therapie zur Mobilisierung der Wirbelsäulengelenke und sanften Lösung von Blockaden (Manipulationen sind nur Ärzten vorbehalten!), die Krankengymnastikformen auf neurophysiologischen Grundlagen (z.B. PNF, Bobath) sowie die Krankengymnastik am Gerät. Auch die Massagetherapie schmerzhaft verspannter Rückenmuskulatur kann im Einzelfall sinnvoll sein. Keinesfalls muss jedoch eine Physiotherapieserie absolviert werden, bevor weitere sinnvolle ärztliche Therapiemaßnahmen begonnen werden können. Vielfach ist es auch möglich, neben der ärztlichen Therapie mittels Eigentherapieübungen, Yoga, Faszientherapie nach Liebscher&Bracht, Pilates und gerätegestütztem Fitnesstraining zum gleichen Ergebnis zu kommen.
Sehr gerne berücksichtigen wir Therapieempfehlungen von Physiotherapeuten und anderer Therapeuten, allein die letztendliche Therapieverantwortung liegt beim behandelnden Arzt.
In jedem Einzelfall wird diese Entscheidung zusammen zwischen Arzt und Patient in einem vertrauensvollen Gespräch nach Vorlage aller klinischer, technischer und radiologischer Befunde gemeinsam getroffen.

Ist Osteopathie eine Alternative?

Die osteopathische Medizin („Osteopathie“) verdankt ihren derzeitigen Hype ihrem ganzheitlichen Ansatz und ihrer integrativen Ideen, hier v.a. dem tensegrity-Konzept (Weitere Informationen finden Sie exemplarisch hier und hier). Aufgrund dieses ganzheitlichen Ansatzes kann es sinnvoll sein, die Osteopathie in ein Gesamttherapiekonzept einzubinden, um durch Reduktion muskulärer, faszialer und lymphatischer Spannungen und Dysfunktionsmuster den biomechanischen Stress für die betroffene Wirbelsäulenstrukturen zu verringern. Damit hat das Bewegungssystem mehr funktionelle Ressourcen, um die Störungen infolge des Wirbelkörperverschleiß kompensieren zu können. Für den Patienten äußert sich dies in verringerten Schmerzen, besserer Beweglichkeit und vermehrter Belastungsfähigkeit. Insofern ist Osteopathie keine Alternative sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Können Anwendungen der alternativen Medizin sinnvoll sein?

Im Bereich der alternativen Medizin gibt es eine Reihe interessanter Ansätze zur Therapie von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen. Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit existieren. Trotzdem kann es im Einzelfall therapeutisch sinnvoll sein, alternative Behandlungskonzepte wie z.B. Magnetfeldtherapie, Misteltherapie, alternative Infusionskonzepte, Schröpfen und weitere Therapieansätze in den individuellen Therapieplan zu integrieren. In jedem Einzelfall wird diese Entscheidung zusammen zwischen Arzt und Patient in einem vertrauensvollen Gespräch nach Vorlage aller klinischer, technischer und radiologischer Befunde gemeinsam getroffen.

Unsere Therapiekonzepte für die Behandlung des Rückens

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