Therapiekonzepte bei Achillessehnendegeneration

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des Menschen. Sie überträgt die Kraft des dreiköpfigen Wadenmuskels (bestehend aus dem zweiköpfigen Wadenmuskel – Musculus gastrocnemius – und dem Schollenmuskel – Musculus soleus) auf den Rückfuß und erlaubt eine kraftvolle Bewegung des Fußes zum Untergrund hin. Damit ist sie für das flüssige, stabile und ergonomische Gehen unersetzbar.
Aufgrund einer hypotrophen Stoffwechsellage (d.h. ein sehr langsam ablaufender Stoffwechsel), immer wiederkehrenden Mikroverletzungen und einer grenzwertigen Durchblutungssituation ist sie deshalb vor allen bei sportlich aktiven Menschen in der mittleren Lebensphase gefährdet für die Entwicklung von degenerativen Veränderungen bis hin zum Riss der Achillessehne. Wenn auch dieser Riss häufig operativ versorgt werden muss, ist doch die sogenannte Achillodynie („schmerzhafte Achillessehne“) ein viel häufigerer Behandlungsanlass in unserer Praxis. Durch eine schmerzhafte Schwellung und entzündliche Reizung der Achillessehne im unteren Verlauf oder im Ansatzbereich am Rückfuß kommt es zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und Behinderungen des Gehens, die wir mit einer konsequent durchgeführten konservativen Therapie behandeln.

Foto zeigt das Portrait von Dr. Bethke Facharzt für Orthopaedie und Unfallchirurgie

Dr. med. Robert Bethke, MHBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DAAO)

Fax: 04131-405100

Die Therapieprogramme für Achillessehnendegeneration

  • Unser Therapieprogramm umfasst verschiedene Stufen, die es ermöglichen, den Patienten so schonend als möglich, aber so intensiv wie notwendig zu behandeln.
  • Das Therapiestufenprogramm ist dabei so aufgebaut, dass nach Möglichkeit immer mit der sanftesten Therapiestufe begonnen wird und erst bei ausbleibenden Erfolg zur nächsten (invasiveren) Stufe übergegangen wird.
  • Therapiebegründung ist der Schmerz und die Funktionseinschränkungen, nicht die Veränderungen im Ultraschall- oder MRT-Bild! Demzufolge sind unsere Therapieziele  Schmerzfreiheit, Abschwellung, Rückgang der Entzündung,  verbesserte Beweglichkeit, verbesserte Belastungsfähigkeit und freie Funktionsfähigkeit im Alltag.
  • Wir versuchen Operationen so lange als möglich zu vermeiden, wenn diese jedoch sinnvoll sein sollten, sprechen wir dies offen an und vermitteln den Patienten gerne zum besten individuell passenden Operateur.

In dieser Therapiestufe steht eine Schmerzlinderung, eine nichtinvasive Entzündungshemmung, ein Rückgang der Schwellung und der Start der Achillessehnenregeneration im Vordergrund.

  • Ausführliches Beratungsgespräch zur Trainingsberatung und zu Eigentherapiemöglichkeiten der Patientin/des Patienten.
  • Rezeptierung und dauerhaftes Tragen beim Gehen einer speziellen Achillessehnenbandage
  • Bei Bedarf entzündungshemmende Medikamente (NSAR) als Tablette oder als äußerliche Anwendung. Hierfür kommen z.B. Diclofenac oder Ibuprofen zur Anwendung.
  • Laser-Akupunktur der Achillessehne 10x – 15x
  • Fokussierte Stoßwellentherapie der Achillessehne 3x – 5x
  • Sehnenaufbauinfusion 15x

 

Im individuellen Einzelfall kann dieses Programm noch durch folgende Maßnahmen ergänzt werden:

 

Selbstverständlich muss dieses Behandlungsprogramm auf die Krankheitssituation des individuellen Patienten angepasst werden, weshalb vorher immer eine ärztliche Beratung erfolgen sollte.

Sind die Maßnahmen der Stufe 1 ausgereizt, eventuell interagierende Störungen ebenfalls therapiert, aber immer noch keine wesentliche Besserung vorhanden, kommen die Maßnahmen der Stufe 2 zu Anwendung:

  • ultraschallgesteuerte Hyaluronsäureinfiltrationen in das Sehnengleitgewebe
  • ultraschallgesteuerte Hochvolumeninjektionen („high-volume injections“, HVI) in das Sehnengleitgewebe
  • ultraschallgesteuerte Infiltrationen mit PRP („platelet rich plasma“) direkt in das Sehnengewebe
  • ultraschallgesteuerte Sehnen-Sklerosierungstherapie direkt in das Sehnengewebe
  • SpineLiner-Therapie zur Stimulation des Sehnengleitgewebes
  • Procain-Baseninfusionen
  • Elektrotherapie

 

An diesem Punkt ist bei der Vielzahl der Möglichkeiten eine individuelle Therapieplanung nach ausführlichem Beratungsgespräch unumgänglich. Der Übergang zur Therapiestufe 3 ist dabei fließend. Die individuellen Wünsche des Patienten sind zwingend in der Therapieauswahl zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt, dass die Therapie der Achillodynie Zeit braucht!

Teilweise werden aufgeführte Therapien trotz aktuellem Facharztstandard nicht von allen Kostenträgern erstattet.

Wird der Leidensdruck zu groß, die Therapiedauer zu lang, die vorgeschlagene Therapie nicht vom Kostenträger übernommen oder der initiale Sonographie oder MRT-Befund zeigt eine Degeneration über 50% des Sehnenquerschnittes, ist eine operative Therapie der Achillessehne unumgänglich.

Dabei stehen minimalinvasive und klassisch-offene Verfahren zur Verfügung. Egal wo, die operative Therapie der Achillessehne gehört die Hand des operativen Fußspezialisten. Keinesfalls darf das Sehnengleitgewebe von grobmotorisch agierenden „Attacke“-Unfallchirurgen kaputtgemacht werden.

Sollte es sich nicht vermeiden lassen, eine Operation durchführen lassen zu müssen, vermitteln wir Sie selbstverständlich gerne an die richtigen Spezialisten für diesen Eingriff!

Weitere Fragen

Welchen Therapieansatz empfehlen wir bei einer Ruptur einer Achillessehne?

Ein peitschenkallartiges Geräusch nach intensiver Belastung (z.B. Tennisspiel) bei einem plötzlich auftretenden Schmerz im Bereich der Achillessehne sowie eine akut einsetzende Gehstörung sollte immer an eine Achillessehnenruptur denken lassen. Eine im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang durchgeführte ärztliche Diagnostik sollte mittels Ultraschall (Sonographie) klären, ob die Ruptur-Enden noch Kontakt miteinander haben. Wenn ja, kann bei entsprechenden Wunsch konservativ mit Absatzerhöhung und Spezial-Hilfsmittel-Versorgung therapiert werden. In den Fällen, in denen die Ruptur-Enden keinen sonographisch nachweisbaren Kontakt miteinander haben, muss eine operative Naht der Achillessehne erfolgen. Im Zweifel empfehlen wir immer nach einer Achillessehnenruptur die operative Versorgung.

Wie lange falle ich nach einer Operation nach Achillessehnennaht aus?

Sofort nach der Operation wird eine speziellen Hilfsmittelversorgung durchgeführt, mit der der Patient sofort im Alltag mobil sein kann. Sportliche Tätigkeiten müssen (mit Ausnahme von Gerätetraining im Sitzen mit Übungen für Rumpf und oberer Extremität) für ca. 12 Wochen pausiert werden.

Kann die Operation auch in der Orthopädie am St. Lambertiplatz durchgeführt werden?

Nein. Wir führen nur interventionelle Therapien durch, die mittels Einmal-Verbrauchswaren durchführbar sind (s. Stufe 2). Aufgrund des aus unserer Sicht dysfunktionalen und inhaltlich deutlich übertriebenen Bürokratiewahnsinns der aktuellen Hygienevorschriften haben wir die Instrumentenaufbereitung von OP-Instrumenten trotz vorhandener guter fachliche Qualifizierung für diese Eingriffe aufgegeben.

Sollte es sich nicht vermeiden lassen, eine Operation durchführen lassen zu müssen, vermitteln wir Sie selbstverständlich gerne an die richtigen Spezialisten für diesen Eingriff!

Unsere sportmedizinischen Therapiekonzepte

Foto zeigt das Portrait von Dr. Bethke Facharzt für Orthopaedie und Unfallchirurgie

Dr. med. Robert Bethke, MHBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Diplom-Osteopath (DAAO)

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Dr. med. Robert Bethke, MHBA

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