Streß und burn out

In unserer modernen Gesellschaft ist Stress ein täglicher Begleiter. Die ständig steigenden Anforderungen im Beruf, die ständige Erreichbarkeit, die Notwendigkeit, in sozialen Netzwerken, über E-Mail und Telefon jederzeit möglichst witzig und kreativ sofort verfügbar zu sein, selbstverständlich Überstunden abzuleisten und das alles auch noch gut zu finden, führt zu Stress.

In der Steinzeit beispielsweise war Stress überlebensnotwendig. Ging man als Jäger und Sammler durch den Wald und stand plötzlich einem gefährlichen Tier gegenüber, blieben zum Überleben nur zwei Optionen: sofort wegrennen oder kämpfen. Für beide Fälle musste eine sofortige Stressreaktion hergestellt werden: Förderung des Sympathikus mit vermehrter sensorischer Leistungsfähigkeit, Ausschüttung von Akut-Stresshormonen wie Adrenalin und kurzfristige Aktivierung von Energie zum wegrennen oder kämpfen. Gleichzeitig mussten in diesem Moment sekundäre Aktivitäten wie Fortpflanzung oder Darmaktivität heruntergefahren werden. Hielt der Stress weiter an, musste eine Umstellung des Organismus auf diesen längerdauernden Stress erfolgen. Dies geschah und geschieht durch Ausschüttung von Cortison, welches über verschiedenste Regulationen den Körper nicht nur für wenige Minuten sondern für einige Stunden bis Tage kampf-oder fluchtfähig machte. Wie gesagt – in der Steinzeit eine sinnvolle Option. Auch wenn wir heute nicht mehr bösartigen Tieren in der normalen deutschen Realität begegnen werden, führen verschiedenste Stressoren (z.B. Mobbing am Arbeitsplatz) zu gleichen Stressreaktionen. Verhaltenstechnisch ist aber weder der Kampf (schlagen des Chefs oder der Mitarbeiter) noch die Flucht (Kündigung) eine wirkliche Alternative, da das eine sozial unerwünscht, dass andere notwendig zum Broterwerb ist. Also wird die Stresskaskade über Wochen und Monate aufrecht erhalten was langfristig zur Erschöpfung („Burn-Out“) führt. Dabei ist wichtig zu betonen, dass Burn-Out keine gefühlte und keine psychologische Diagnose ist, sondern Burn-Out sich laborchemisch exakt nachweisen lässt. In der VN S-Diagnostik zeigt sich der körperliche Stress ebenfalls wissenschaftlich valide. Tatsächlich wird häufig auch der Orthopäde als erstes kontaktiert, da sich Stresserkrankungen vielfach als hartnäckige muskuläre Verspannungen gerade im Bereich der Wirbelsäule und des Nackens manifestieren.

Ist die Diagnostik abgeschlossen und zeigt sich eine Stresserkrankung (was an sich schon ein komplexer und umfangreicher Vorgang ist) stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Hier ist es wichtig, dass immer in einem interdisziplinären Setting gearbeitet werden muss. In unserer Praxis kann mittels IHHT und Infusionstherapie sowie stützender ärztlicher Gespräche, im Einzelfall auch noch EMG-Biofeedback Training und Osteopathie, bereits ein wesentlicher Teil der Therapie abgeleistet werden. Eine psychologische Therapie kann unterstützend dazu treten. Selbstverständlich sind stressbedingte Erkrankungen eine hoch individuelle Problematik, so dass sich sowohl die Diagnostik als auch die Therapie ebenfalls hoch individuell gestaltet. Wir freuen uns deshalb, im Rahmen unserer Privatpraxis ausreichend Zeit für diese Maßnahmen bereitstellen zu können.

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Dr. med. Robert Bethke, MHBA

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